Was bedeutet ein heiliger Wandel?

Ein heiliger Wandel – oft ein wenig gehaltvoller Ausdruck. Dabei ist Gott ein heiliger Wandel wichtig und sehr kostbar. Wenn wir einen heiligen Wandel anstreben, so wollen wir ganz einfach Gott Freude machen und Ihm gefallen, was durch gehorchen möglich ist.

Aber sind wir nicht auch ohne einen heiligen Wandel vorbehaltlos geliebt von Gott, zu 100 Prozent angenommen? Doch, das schon. In dem Moment, in welchem wir Jesus in unser Herz einladen und Ihn zu unserem Herrn machen, bekommen wir diese vollständige Gerechtigkeit; die gleiche Gerechtigkeit, die Jesus hat. Und es stimmt auch, dass wir nie verdammt werden von unserem Gott.

Um was also geht es denn beim heiligen Wandel, bei den guten Werken, bei den Geistes-früchten, die in unserem Leben wachsen sollen? Hier geht es nicht mehr um die Neugestaltung unseres Geistes, sondern um unsere Seele, unser Denken, unser Wollen und um unsere Gefühle. Unser Geist ist vollkommen neu geworden, eine neue Schöpfung. Aber unser Denken und unsere Emotionen lassen sich noch schnell von der Welt beeinflussen. Wie schaffen wir hier Abhilfe? Einzig und allein dadurch, dass wir mehr und mehr in Ihm bleiben, Sein Wort ernst nehmen und Ihm gehorchen.

Das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört. Ich war in den letzten Monaten wegen einer Einschränkung im Gehen zum grossen Teil ans Haus gebunden. Auch wenn ich fast täglich viele Stunden mit Lehre, Lesen und anderem, das mir Freude bereitet, beschäftigt war, fiel dennoch die Abwechslung weg. In dieser Zeit musste Vieles in meinem Herzen fest werden, damit ich trotzdem in der Freude und in der Zuversicht zu bleiben konnte. Ich entschied mich früh dafür, mir die Freude nicht stehlen zu lassen, d.h. ich entschied mich, tagtäglich in der Freude zu leben.

Allerdings gelang es mir nicht immer. Zwischendurch war ich in meinen Emotionen etwas getrübt. Da gab es eine Enttäuschung, eine nervige Aussage oder auch einmal eine Ungerechtigkeit. Ich musste äusserst wachsam sein und die unguten Gedanken und Emotionen, die dadurch entstanden sind, schnell "bearbeiten". Mit der Zeit merkte ich, wie sehr der Herr hier Seinen Finger drauf hatte. Natürlich ist jetzt dieser Prozess nicht einfach abgeschlossen, aber er brachte mir den heiligen Wandel näher. Gleichzeitig nehme ich wahr, wie die Heiligung bis zu unserem Ende weitergehen wird. Einerseits tröstlich, andererseits auch ernüchternd.

Erika Steiner

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