Herz oder Verstand – Geist oder Wort?

Ist unser Verstand massgebend oder ist es das Herz? Wenn wir darauf achten, wie wir Überlegungen anstellen und Entscheidungen treffen, so scheint die Sache klar zu sein: Es ist der Verstand! „Hast du denn keinen Verstand?“ „Denk doch mal richtig nach!“

Wenn ich aber im Neuen Testament lese, kommen mir doch etliche Zweifel. Die Jünger hatten schon viele Wunder erfahren. Wohl täglich erlebten sie, wie Jesus sich zurückzog und sehen wollte, was der Vater im Himmel tat. Und das hat Er anschliessend auf der Erde umgesetzt. Natürlich kannte Jesus die Schriften, aber Er wollte direkt und aktuell vom Vater hören. Das war möglich durch den Heiligen Geist, der in Ihm lebte. Der Vater sprach durch den Heiligen Geist in Sein Herz hinein.

Jesus wollte, dass Seine Jünger Ihn nachahmten. „Meine Schafe hören meine Stimme.“ Das ging offensichtlich nicht so einfach vonstatten. Die Jünger gerieten auf dem See Genezareth in einen bedrohlichen Sturm, der sie ängstigte. Jesus schlief während dieser Zeit im Boot. Sie weckten Ihn, fast etwas vorwurfsvoll, und sagten: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“ Jesus griff ein und stillte den Sturm. Dann sprach Er erstaunt zu den Jüngern: „Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?“

Glauben kommt durch unsere Herzensbeziehung. Er kommt, wenn wir auf Gott hören. Er kommt nicht aus dem Verstand. Die Jünger hatten verstandesmässig gehandelt, sie waren ja zweifellos auch in grosser Not. Und doch hätte sich Jesus gewünscht, dass sie dem Sturm selber Einhalt geboten hätten.

Unglaube macht unser Herz hart. In Heb 12,25 lesen wir eindringlich: „Habt acht, dass ihr den nicht abweist, der redet!“ Auch hier geht es wiederum um das Reden des Geistes. Nicht nur was Jesus gesagt hat und was wir im Wort finden ist wichtig. Noch viel wichtiger ist es zu erkennen, was Er gerade jetzt sagt! Denn Seine Worte sind Geist und sind Leben.

„Sinnt auf das was droben ist…“ Wir sitzen in Jesus zur Rechten des Vaters. Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Nichts ist wichtiger, als dass wir auf Gottes Geist hören und dann Glaubensschritte tun, ob es der Verstand nun nachvollziehen kann oder nicht. So hat es Jesus gemacht!

Erika Steiner

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